Oberdorla

Oberdorla gehört zusammen mit den Nachbarorten Niederdorla und Langula zur Vogtei und hat mit einer Fläche von einem halben Hektar den größten Dorfanger in Thüringen. Er ist mit Linden und Kastanienbäumen bewachsen und beherbergt drei Denkmäler.

Vogtei Oberdorla Luftaufnahme Herbst
Oberdorla gehört zusammen mit den Nachbarorten Niederdorla und Langula zur Vogtei. Urkundlich wurde Oberdorla im Jahr 810 in einer Schenkungsurkunde des Grafen Erpho von Bilstein erwähnt. Die stark sprudelnden Karstquellen Kainspring und Melchiorbrunnen am Ortsrand sind wohl der Grund, dass die Gegend schon viel früher besiedelt wurde. Der größte Ort im Unstrut-Hainich-Kreis hat mit einer Fläche von einem halben Hektar den größten Dorfanger in Thüringen. Er ist mit Linden und Kastanienbäumen bewachsen und beherbergt drei Denkmäler. Der alte Gerichtstisch ist noch vollständig erhalten; an ihm wurde sechsmal im Jahr Gericht gehalten. Rechts vom Tisch steht das Denkmal für die Soldaten aus Oberdorla, die im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 gefallen sind. Das Denkmal links vom Tisch aus dem Jahre 1886 erinnert an den Gang der Vogteier nach Wien im Sommer 1785-1786, um Kaiser Joseph II. persönlich eine Bittschrift zur Regelung der vogtländischen Territorialfrage zu überreichen. Sehenswert ist die Stiftskirche Sankt Peter und Paul. Am Portal der romanischen Kirche befinden sich die beiden, bereits stark verwitterten, aber sehr eindrucksvollen Apostel-Darstellungen. Und etwa 1.000 m östlich des ehemaligen Bahnhofs von Oberdorla befindet sich der geographische Mittelpunkt Deutschlands. An der Grenze des Ortes an der Straße nach Langula befindet sich der mittelalterliche Gerichtsplatz Mallinden. Er besteht aus drei alten Lindenbäumen, bei denen nach der Überlieferung Gericht gehalten wurde. Die Heimatstube Oberdorla bietet interessierten Besuchern eine Ausstellung zum dörflichen Alltag, zur Dorf- und Kirchengeschichte und zum vogtländischen Brauchtum. Außerdem enthält das kleine Museum einen eigenen Raum für den Komponisten und Chorleiter Gunther Erdmann (1939-1996), der in Oberdorla geboren und aufgewachsen ist. Oberdorla eignet sich gut als Ausgangspunkt für Wander- oder Radtouren zur nahe gelegenen Talsperre Seebach oder in den Stadtwald Mühlhausen und den UNESCO-Nationalpark Hainich.
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