Von Geismar aus führt der Kreuzstieg über den von Linden gesäumten Prozessionsweg hinauf zum Hülfensberg, der bereits in vorchristlicher Zeit ein Heiligtum war. Historiker vermuten hier eine germanische Kultstätte, vielleicht sogar eine Wallburg. Archäologische Beweise dafür fehlen aber. Bis ins Mittelalter trug er noch den Namen Stuffenberg (Staufenberg), erst im 19. Jh. wurde daraus der heutige Name Hülfensberg. Auf seiner Spitze befindet sich die Wallfahrtskirche St. Salvator und ein bewohntes Franziskanerkloster. Seit vielen Jahrhunderten finden Besucher Kraft und Zuversicht in der Stille dieses besonderen Ortes. Lohnend sind auch die Fernsichten, die sich von mehreren Punkten des Berges bieten.
Folgt man dem Weg bergab durch das idyllische Fachwerkdorf Bebendorf hindurch, gelangt man an die Thüringisch-Hessische Grenze. Die zu DDR-Zeiten auch innerdeutsche Grenze ist heute in Thüringen als Nationales Naturmonument Grünes Band geschützt. Durch die damalige Sperrzone konnte sich entlang des gesamten Verlaufs in Deutschland ein Verbund wertvoller Lebensräume für bedrohte Arten entwickeln. Ziel der Unterschutzstellung ist aber auch das Bewahren der Geschichte und die Erinnerungskultur. Betreut wird das Grüne Band von der Stiftung Naturschutz Thüringen.
Durch das romantische Herrntal gelangt man wieder zum Ausgangspunkt in Geismar. Vorher unterquert man durch einen Tunnel noch die ehemalige Bahnstrecke Leinefelde-Treysa, die heute in Teilen als Kanonenbahn-Radweg ausgebaut ist. Deshalb bietet die Verweilstation am Sportplatz nicht nur Wanderern, sondern auch Radfahrern Zeit für eine Rast. Tafeln informieren hier über Wissenswertes zum Naturpark.